Die Instrumente westlicher Interventionspolitik

Interview mit Zeitgeschehen im Fokus

Die letzten Tage sind von Unsicherheit geprägt, was die Entwicklung im Nahen und Mittleren Osten, die neuen Angriffe der USA auf Iran betrifft. Wie war der Ablauf?

Es war parallel zum NATO-Gipfel in Ankara und den großen Trauerfeiern im Iran. Erst wurde bombardiert, dann meldete sich Trump zu Wort und drohte, den Iran zu zerstören. Anschließend erklärte er, das Memorandum habe keinen Bestand mehr. Wenige Stunden später – auf dem Rückflug in die USA – hörte sich das schon wieder
ganz anders an. Der Iran habe ihn angerufen, die Iraner wollten unbedingt ein Friedensabkommen. Es würde zwar nicht viel bringen, weil die Iraner «verrückt» seien, doch seiner Ansicht nach könne man weiterreden. Von einem Ende des Memorandums
war keine Rede mehr.

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Krieg und Frieden – Der Kampf um die Persische Golfregion

Montag 13.7.2026. Die US-Armee hat am vergangenen Wochenende mit einer vierten Angriffswelle 140 Ziele im Westen und Süden des Iran bombardiert. Begonnen hatten die Angriffe in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in der vergangenen Woche. Als Grund nannte das US-Zentralkommando CentCom iranische Angriffe auf Handelsschiffe in der Straße von Hormuz. Die US-Angriffe sollten dem Iran die Möglichkeit nehmen, die „freie Seefahrt“ durch die Straße von Hormuz zu blockieren.

Das iranische Außenministerium verurteilte die US-Angriffe als „brutale und grobe  Verletzung des Internationalen Rechts und der fundamentalen Prinzipien der UN-Charta.“ Die USA „haben auf hinterhältige Weise die iranische Transport-Infrastruktur, Fischerboote und Cargo Dhows (traditionelle Segelschiffe, kl) angegriffen. Auch Wetterbeobachtungsstationen und Gebäude wurden in den letzten 24 Stunden angegriffen“, hieß es in der Erklärung am Montag. Offen hätten die USA „nahezu alle Punkte des Memorandum of Understanding verletzt, nur 25 Tage nachdem es unterzeichnet wurde, um den Krieg zu beenden.“ Die iranischen Revolutionsgarden erklärten die Straße von Hormuz für geschlossen, „bis die USA mit ihren militärischen Interventionen aufhört“.

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Trauerwoche im Iran – Millionen nehmen Abschied von Ali Khamenei

Millionen Menschen verabschieden sich seit dem vergangenen Freitag von Ali Khamenei, dem langjährigen geistlichen Führer der Islamischen Republik Iran. Khamenei wurde am 28. Februar 2026 zu Beginn des US-israelischen Angriffs auf Iran in seinem Wohn- und Amtssitz in Teheran getötet. Bei dem Angriff starben eine Tochter, eine Schwiegertochter, ein Schwiegersohn und eine Enkeltochter. Khamenei hatte an einem Treffen des Iranischen Verteidigungsrats teilgenommen, das für die frühen Morgenstunden einberufen worden war. 11 hochrangige Militärs und Sicherheitsberater starben mit Khamenei. Die eigentlich für März vorgesehenen Trauerfeierlichkeiten wurden aufgrund des anhaltenden Krieges verschoben.

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Libanon – Menschen im Krieg

Die angebliche „Waffenruhe“ im Libanon bedeutet für die Bevölkerung weiter Tod und Zerstörung

„Warum passiert das mit uns, was machen die mit uns, wie lange soll das noch dauern?“ J. ist blass, das Kopftuch ist eng ums Gesicht gebunden, es fällt ihr schwer, die Tränen zurückzuhalten. Die Mitfünfzigerin ist ganz in schwarz gekleidet. Während des Krieges hat sie ihre Mutter verloren, die sie Jahrelang mit Hingabe gepflegt hatte.

Die Reportage handelt vom Leben und Tod im Libanon. Die Realität hat bereits bei dieser Veröffentlichung ihre Aktualität verloren. Die Zahl der Toten seit Anfang März 2026 wird vom libanesischen Gesundheitsministerium mit mehr als 3000 angegeben. Bei den fortgesetzten israelischen Angriffen auf die Bevölkerung und ihre Lebensgrundlagen wurden am 19. Mai in Deir Qanoun al Nahr 10 Mitglieder einer Familie getötet.

Die Reportage wurde am gleichen Tag bei Globalbridge veröffentlicht: https://globalbridge.ch/menschen-im-krieg-die-angebliche-waffenruhe-im-libanon-bedeutet-fuer-die-bevoelkerung-weiter-tod-und-zerstoerung/

Man muss sich dem Hauptgegner widersetzen

Interview mit Ghassan Nasser, Beirut

„Wenn ein Land unter Besatzung ist, muss man sich dem Hauptgegner widersetzen. Andere Widersprüche kann man später klären. Und es gab Probleme zwischen der Hisbollah und der LKP. Jetzt sind wir aber in einer Situation, in der Israel das Land, unser Land, besetzt. Wir werden aus unseren Häusern vertrieben, unsere Familien werden getötet, unser Eigentum wird geraubt, zerstört. Hisbollah hat viele politische Fehler gemacht und wird noch weitere Fehler machen wie jede andere Partei. Wer handelt, macht auch Fehler.“

Das Interview in der Jungen Welt (Berlin): https://www.jungewelt.de/artikel/522531.nahostkonflikt-man-muss-sich-dem-hauptgegner-widersetzen.html

Israelische Drohnen auf Menschenjagd im Libanon

Bericht aus Beirut, 13.05.2026

Die USA-Administration bereitet ein drittes Botschaftergespräch in Washington vor. Libanon will die Verlängerung der »Waffenruhe«. Israelische »Verteidigungsstreitkräfte« töten täglich und zerstören kulturelles Erbe. Die libanesische Hisbollah weitet Angriffe auf israelische Besatzungstruppen aus.

Der Artikel ist in der Zeitung vum Laetzebuerger Vollek (Luxemburg) zu lesen: https://www.zlv.lu/db/1/1498496699911/0

Wenn die Welt der Kinder untergeht

Der palästinensische Arzt Ghassan Abu Sitta im Interview

Abu Sitta ist Chirurg und auf plastische Chirurgie spezialisiert. Als Freiwilliger für Médecins sans Frontières (MSF) [Ärzte ohne Grenzen – Anm. d. Red.] ist Abu Sitta in vielen Kriegs- und Krisengebieten im Einsatz gewesen. Seit 2024 leitet er den neu eingerichteten Lehrstuhl für „Konfliktmedizin“ an der Amerikanischen Universität in Beirut, AUB. Seine Aussagen sind eine Anklage gegen eine Welt, die das Leid von Kindern zur Randnotiz degradiert. Was in Gaza und nun im Libanon geschieht, beschreibt der Arzt nicht als „Kollateralschaden“, sondern als systematische Zerstörung von Leben, Familien und Zukunft. Seine Erfahrungen zeigen: Der Krieg endet nicht mit Bomben – er setzt sich in den Körpern und Seelen der Überlebenden fort.

Das Interview bei den Nachdenkseiten: https://www.nachdenkseiten.de/?p=150133

Israel bombt noch immer

Journalisten im Visier – Am 22. April wurden zwei Journalistinnen von israelischen Drohnen regelrecht gejagt, als sie in Tiri, einem Ort im Bezirk von Bint Jbeil einen Angriff der israelischen Luftwaffe dokumentieren wollten. Ihre zwei Begleiter vom Zivilschutz wurden im vorausfahrenden Fahrzeug getötet. Die Journalistinnen versuchten sich in Sicherheit zu bringen. Das israelische Militär ließ weder das Rote Kreuz noch die libanesische Armee zu dem Ort des Geschehens, um die beiden Journalistinnen zu evakuieren. Etwa eine Stunde später wurde das Fahrzeug der Journalistinnen von einer israelischen Drohne zerstört. Sie brachten sich in einem Haus in Sicherheit, das kurz darauf von der israelischen Luftwaffe bombardiert wurde. Mehr als eine Stunde später erst wurde das Rote Kreuz und die libanesische Armee zugelassen. Sie konnten die Fotografin Zeinab Faraj schwer verletzt evakuieren. Israelische Soldaten feuerten dabei auf die Rettungssanitäter und warfen Blendgranaten auf das Fahrzeug. Die zweite Journalistin, Amal Khalil, eine bekannte Mitarbeiterin der libanesischen Tageszeitung Al Akhbar, konnte erst spät in der Nacht nur noch tot geborgen werden.

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Israel bombt und bombt – und die Welt schaut zu

Der folgende Text basiert auf einer Fahrt der Autorin durch Beirut am 13. April. Es geht um die Zerstörungen, die Israel am 8. April inmitten von Wohnvierteln in Beirut mit seinem „Blitzangriff“ verursacht hat. Die Bombardierungen dauerten 10 Minuten, berichten Augenzeugen.

Am „schwarzen Mittwoch“ tötete Israel in Beirut mehr als 350 Menschen

Das vergangene Wochenende war äußerlich ruhig in Beirut. Kliniken, Notunterkünfte, Hilfsorganisationen und die Libanesen selber versuchen, den Schock des „schwarzen Mittwoch“ in der vergangenen Woche (8.4.26) zu verkraften. Über der Stadt hängt das Brummen der israelischen Drohnen, die das Leben der Bevölkerung, ihre Wege, ihre Telefonate, ihre Gespräche scannen.

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